Coronavirus in Deutschland: Hinweise für Einsatzkräfte

Das Corona-Virus (auch SARS-CoV-2 oder 2019-nCoV genannt) beschäftigt seit einigen Wochen die Akteure des Gesundheitssystems. Wir lieben Feuerwehr fasst die aktuellen Erkenntnisse zusammen.

Aktualisierung vom 19.02.2020:

Zum 19.02.2020 vermeldet das RKI folgende Fallzahlen:

„In Deutschland wurden bislang 16 Fälle einer SARS-CoV-2-Infektion bestätigt. Alle stehen im Zusammenhang mit einem einzigen Infektionsgeschehen (Infektionscluster) bei einer Firma in Bayern (14 Fälle), oder es sind Fälle bei den deutschen Staatsbürgern, die Anfang Februar 2020 aus Wuhan ausgeflogen worden waren (2 Fälle; Informationen des Gesundheitsministeriums Rheinland-Pfalz).“

Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr für Einsatzkräfte?

Kontakt­personen der Kategorie I („höheres“ Infektionsrisiko) sind gemäß RKI unter anderem:

  • Personen mit direktem Kontakt zu Sekreten oder Körperflüssigkeiten, insbesondere zu respiratorischen Sekreten eines bestätigten 2019-nCoV-Falls, wie z.B. Küssen, Kontakt zu Erbrochenem, Mund-zu-Mund-Beatmung, Anhusten, Anniesen, etc.
  • Medizinisches Personal mit Kontakt zum bestätigten 2019-nCoV-Fall im Rahmen von Pflege oder medizinischer Untersuchung, unabhängig von verwendeter Schutzausrüstung. 

Zur allgemeinen Ansteckungsgefahr berichtet die Zeit:

„Darüber, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt, gibt es verschiedene Schätzungen. Am 23. Januar schätzte die WHO, dass die Zahl zwischen 1,4 und 2,5 liege. Eine bisher ungeprüfte wissenschaftliche Arbeit kam dagegen auf 3,8 […]. Zum Vergleich: Ein Mensch, der Masern hat, steckt im Schnitt zwölf bis 18 Menschen an, ein Mensch, der die Virusgrippe Influenza hat, zwei bis drei.“

Welche Schutzmaßnahmen sollten getroffen werden

Eine Ansteckung mit dem Corona-Virus erfolgt höchstwahrscheinlich über eine Tröpfchen-Infektion. Möglich sei auch eine Mischung aus Tröpfchen- und Schmierinfektion.

Schon die grundlegenden Hygieneregeln für den Einsatz können eine mögliche Ansteckungsgefahr deutlich reduzieren (Foto: Hygieneboard im Feuerwehrfahrzeug, Foto von Dirk Rixen / HFUK Nord)

Für Einrichtungen des Gesundheitswesens werden durch das Robert-Koch-Institut folgende Schutzmaßnahmen empfohlen:

„Im Falle von Verdachtsfällen wird zunächst ein Vorgehen zur Prävention der Übertragung durch Tröpfchen empfohlen – hierzu gehören das Tragen eines mehrlagigen Mund-Nasen-Schutzes mit korrektem Sitz vom Patienten (sofern toleriert), die Unterbringung in einem Isolierzimmer möglichst mit Vorraum/Schleuse, wenn dies nicht möglich ist in einem Einzelzimmer mit eigener Nasszelle, und zusätzlich vom Personal die Verwendung von Schutzkleidung, Schutzbrille, mindestens FFP2-Masken als Atemschutz und Handschuhen neben der konsequenten Einhaltung der Basishygienemaßnahmen.

Handelt es sich um einen mittels Labordiagnostik bestätigen Fall einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus werden Maßnahmen empfohlen gemäß den „Empfehlungen des Robert Koch-Institutes für die Hygienemaßnahmen und Infektionskontrolle bei Patienten mit Schwerem Akutem Respiratorischem Syndrom (SARS)„.“

Zwischenzeitlich hat das RKI Hinweise zu Hygienemaßnahmen für nicht-medizinische Einsatzkräfte veröffentlicht.

Auszug Hygienemaßnahmen für nicht-medizinische Einsatzkräfte, Quelle: RKI

Ist die Notfallversorgung vorbereitet?

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft sieht die Notfallversorgung gut gerüstet auf eine mögliche verbreitete Infektion. Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, sagte der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Dienstag):

„Bei Patienten, die über akute Erkältungssymptome klagen und kürzlich in China waren, wird eine zielgerichtete Anamnese durchgeführt. Lasse sich der Verdacht nicht ausräumen, werde der Patient in einem Krankenhaus isoliert, auf das Virus getestet und umfangreich untersucht. Krankenhausalarmpläne würden die genaueren Abläufe bei außergewöhnlichen Lagen in den Bundesländern regeln. Die Krankenhäuser sind auf Seuchen vorbereitet und proben regelmäßig den Ernstfall.“

Erstbeitrag vom 28.01.2020:

Seit einigen Stunden ist der erste Fall einer Ansteckung mit dem Coronavirus in Deutschland bestätigt. In den vergangenen Tagen kam es zu bereits zu Verdachtsfällen, die auch Einsätze der Feuerwehr zur Folge hatten.

Welche Hinweise zum Einsatz bei möglichen Verdachtsfällen oder bestätigten Infektionen können derzeit gegeben werden?

Grundsätzlich sollten Maßnahmen mit den lokalen Gesundheitsbehörden, dem Rettungsdienst bzw., soweit vorhanden, einem Feuerwehrarzt abgestimmt werden.

Aktuelles Fazit

Mit Stand 28.01.2020 kommt das RKI zu folgender Gefahreneinschätzung:

„Mit einem Import von einzelnen Fällen nach Deutschland muss gerechnet werden. Auch einzelne Übertragungen in Deutschland sind möglich. Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland durch die neue Atemwegserkrankung aus China bleibt derzeit weiterhin gering.‎“

Weiterführende Literatur

Infektionsgefahr bei Erster Hilfe, Hinweise für Ersthelfer (DGUV)
Neuartiges Coronavirus 2019-nCoV (DGUV)
Infektionsschutz.de
BZgA: allgemeine Hygienetipps zum Schutz vor Infektionskrankheiten
Informationen der BAuA

Hinweis: der Beitrag wurde aufgrund neuer Informationen aktualisiert.

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