Brandschutzerziehung: sind die 5 W-Fragen noch zeitgemäß?

Viele kennen die 5 W-Fragen noch aus der eigenen Kindergarten- oder Schulzeit. Beim Absetzen eines Notrufs sollen nach diesem Prinzip diese Punkte berücksichtigt werden:

  • Wer ruft an?
  • Was ist passiert?
  • Wo ist der Notfall?
  • Wie viele Verletzte?
  • Warten!

Doch ist das noch der zeitgemäße Ansatz, wenn sich in vielen Leitstellen eine standardisierte bzw. strukturierte Notrufabfrage etabliert hat?

Der gemeinsame Ausschuss Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung von vfdb (Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V.) und DFV (Deutscher Feuerwehrverband e. V.) haben diese Frage im Rahmen eines Workshops behandelt.

Als Ergebnis wurde die Fachempfehlung „Der Notruf in der Brandschutzerziehung und -aufklärung“ formuliert.

Wesentliches Ergebnis ist, dass die 5 W-Fragen in dieser Form nicht mehr allgemeingültig sind. Wichtig ist eine Anpassung an die Arbeitsweise der lokalen Leitstelle. Als höchste Priorität muss auch zukünftig die Lokalisierung der Einsatzstelle, also das „Wo“ angesehen werden.

Die Fachempfehlung fasst die wesentlichen Erkenntnisse wie folgt zusammen:

„Die Ergebnisse des Workshops zeigen, dass es wichtig ist mit seiner Brandschutzerziehung sich den neuen Gegebenheiten der Leitstellen anzupassen. Der Brandschutzerzieher sollte sich mit seiner örtlichen Leitstelle in Verbindung setzen und sich erkundigen, wie dort der Notruf abläuft. Auf dieses Schema sollte dann der Unterricht angepasst werden. Wenn die Leitstelle die strukturierte/standardisierte Notrufabfrage durchführt hat der Brandschutzerzieher mit dieser Fachempfehlung für das Unterrichtsmodul „der Notruf“ einen Handlungsleitfaden.

Wenn man an den W-Fragen festhalten möchte, dann sollte es zukünftig folgendermaßen aussehen:

  • Wo ist der Notfallort?
  • Was ist passiert?
  • Wer ruft an?
  • Warten!

Nur mit Kenntnis der Vorgehensweise der Leitstelle bei einem Notruf kann der Brandschutzerzieher einen Notruf mit den Kindern üben, der in der Realität zu schneller Hilfe führt.“

Quelle: Fachempfehlung „Der Notruf in der Brandschutzerziehung und -aufklärung

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