Zwei Feuerwehrleute durch Druckluftflasche schwer verletzt

Bei einer Feuerwehrübung des Löschzuges Rorup in Dülmen hat sich am Mittwochabend ein schwerer Unfall ereignet. Dabei wurden ein Feuerwehrmann und eine Feuerwehrfrau verletzt.

Ursächlich war ein abgerissenes Ventil an einer 300 bar-Druckluftflasche. Diese wurde eingesetzt, um ein Hebekissen zu befüllen. Nach dem Abreissen des Ventils folgen Ventil und Flasche unkontrolliert umher und verletzten dabei die beiden Feuerwehrangehörigen.

Ventilabströmsicherung

Aufgrund der gravierenden Folgen ist davon auszugehen, dass die betroffene Druckluftflasche über keine Ventilabströmsicherung verfügte. Diese dient dazu, unkontrolliertes Ausströmen im Falle eines Ventilbruchs zu verhindern.

Bei einem Ventilabbruch sorgt ein federbelasteter Kolben dafür, dass die Luft nur langsam entweichen kann. Bei einem Gebrauch im Pressluftatmer ist das ohne Auswirkung auf die Funktion. Bei einer Verwendung im Bereich der Technischen Hilfe, z. B. bei Dicht- und Hebekissen, und auch bei einer Verwendung in einem Sprungretter kann die durch die Ventilabströmsicherung begrenzte Ausströmmenge zu Funktionseinschränkungen führen.

Ergänzung nach entsprechendem Hinweis bei Facebook:
Z. B. MSA Auer führt eine Ausströmsicherung, welche im Normalbetrieb den Durchfluss nicht begrenzt (Bauartzulassung Nummer 03 D 45). Erst nach einem Abbruch des Ventils begrenzt die Ausströmsicherung den Durchfluss, sodass der Rückstoß begrenzt wird.

Pressemeldung der Feuerwehr

Die Feuerwehr Dülmen veröffentlichte zu dem Unfall folgende Mitteilung auf Facebook:

„Zwei Feuerwehrleute durch 300 bar Druckluftflasche bei einer Übung verletzt

Gemeinsame Presse/Öffentlichkeitsmitteilung der Stadt Dülmen und der Feuerwehr Dülmen

Beim Übungsdienst des Löschzuges Rorup im Feuerwehrgerätehaus Rorup ist es gestern zu einem tragischen Unfall gekommen, bei dem ein Feuerwehrmann und eine Feuerwehrfrau verletzt worden sind. Beim Befüllen eines Hebekissens, das unter anderem bei Autounfällen zum Einsatz kommt, um Wagenteile anzuheben, riss gegen 20.40 Uhr das Ventil einer 300 bar Druckluftflasche ab. Ventil und Flasche folgen unkontrolliert umher, beschädigten ein Fahrzeug und verletzten die beiden Feuerwehrleute zum Teil schwer. So erlitt der Feuerwehrmann gleich mehrfache Frakturen am Bein. 

Ein Bedienfehler ist nach erstem Kenntnisstand ausgeschlossen, so dass von einem technischen Defekt oder einem Materialfehler auszugehen ist. Die Flasche ist von der Stadt sichergestellt worden und wird zur Überprüfung gegeben. Die Verletzten wurden notärztlich versorgt und ins Krankenhaus gebracht. Die Kameradinnen und Kameraden des Löschzuges Rorup werden seelsorgerisch betreut. Bürgermeisterin Lisa Stremlau und der Erste Beigeordnete Christoph Noelke zeigten sich betroffen von dem Unfall der Feuerwehrleute, die sich ehrenamtlich für das Wohl der Menschen in Dülmen engagieren. „Es bewegt uns sehr, dass Sie gerade in Vorbereitung auf die Wahrnehmung einer so wichtigen Aufgabe einen solch tragischen Unfall erleben mussten“, heißt es in einem Genesungsschreiben an die beiden Verletzten.“

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