Zwei Einsatzkräfte bei Rauchgasdurchzündung verletzt

Bei einem Wohnungsbrand in Heidelberg wurden zwei Atemschutzgeräteträger während eines Innenangriffs teils schwer verletzt. Der Angriffstrupp war von einer Rauchgasdurchzündung betroffen.

Wir wünschen dem schwerbrandverletzten Kollegen der BF Heidelberg eine vollständige Genesung! Voraussichtlich kann er am…

Gepostet von Atemschutzunfaelle.eu am Mittwoch, 27. November 2019

Die Stadt Heidelberg berichtet zu dem Einsatz:

„In der Nacht auf den 22. November 2019 kam es im Stadtgebiet von Heidelberg zu einem Gebäudebrand, bei welchem ein Hausbewohner verstarb und zwei Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr verletzt wurden.

Lage beim Eintreffen des Löschzuges

Zunächst traf der Löschzug der Berufsfeuerwehr gefolgt von zwei Löschfahrzeugen der Abteilungen Altstadt und Ziegelhausen vor Ort ein. Zu diesem Zeitpunkt wurde eine männliche Person im Gebäude vermisst. Die Eingangstüre zur Wohnung des Vermissten war durch die Polizei bereits geöffnet.
Das Brandobjekt befand sich in extremer Hanglage mit ausschließlich einspuriger Zufahrtsmöglichkeit. Durch die Hanglage, die fehlenden Wege ums Objekt und den dichten Bewuchs direkt am Gebäude war keine Erkundung der Gebäuderückseite möglich. Das Brandobjekt erstreckte sich über vier Etagen und lag mit zwei Untergeschossen versetzt am Hang. Zum Zeitpunkt des Eintreffens der Feuerwehr war die Bewohnerin der erdgeschossigen Nutzungseinheit bereits in Sicherheit. In der Maisonette-Wohnung im Untergeschoss wurde noch eine Person vermisst.
Die Kräfte der Berufsfeuerwehr gingen sofort mit zwei Atemschutztrupps zur Menschenrettung in die Brandwohnung vor. Zu diesem Zeitpunkt konnte eine starke Rauchausbreitung aus dem Zugangsbereich der Maisonettewohnung im Untergeschoss sowie eine starke Rauchentwicklung an der Außenseite im rückwärtigen Gebäude bereich festgestellt werden.

Weitere Einsatzverlauf mit Rauchgasdurchzündung

Während der Bereitstellung weiterer Trupps, unter anderem als Sicherheitstrupp, kam es zu einer schlagartigen Zunahme der Branddynamik mit einhergehender Veränderung von Dichte, Farbe und Ausbreitungsverhalten des Brandrauches mit einer anschließenden Rauchgasdurchzündung – ein plötzliches Entzünden und Abbrennen von brennbaren Bestandteilen des Brandrauches.
Der zu diesem Zeitpunkt im Bereich des 1. Untergeschosses eingesetzte Angriffstrupp war durch die Rauchgasdurchzündung unmittelbar betroffen und konnte sich aus eigener Kraft bis zum Eingangsbereich retten, wo er von weiteren Kräften versorgt wurde. Dabei wurden zwei Feuerwehrmänner verletzt und nach einer ersten medizinischen Versorgung vor Ort durch den bereits anwesenden Rettungsdienst in Krankenhäuser eingeliefert. Einer von ihnen wurde mit schweren Verbrennungen stationär aufgenommen, Lebensgefahr bestand nicht. Der zweite Feuerwehrangehörige konnte das Krankenhaus nach ambulanter Versorgung im Laufe des Vormittags wieder verlassen.
Der zeitlich bedingten geringen Eindringtiefe des vorgehenden Trupps war es zu verdanken, dass die Einsatzkräfte nicht noch schlimmer verletzt wurden.

Neben der Verständigung weiterer Kräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes wurden auch Kräfte der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) alarmiert. Im Verlauf des Einsatzes wurden alle Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr Heidelberg sowie dienstfreie Kräfte der Berufsfeuerwehr alarmiert.
Anschließend wurde die Personensuche und Brandbekämpfung wieder aufgenommen. Die vermisste Person wurde dann im 1. Untergeschoss leblos aufgefunden. Die weitere Brandbekämpfung wurde durch die bauliche Situation, die fehlenden Zugangsmöglichkeiten im Außenbereich und die großen Brandlasten deutlich erschwert.
Die Nachlöscharbeiten und das Stellen einer Brandwache zogen sich noch bis in die Mittagsstunden.

Der durch den Atemschutznotfall betroffene Löschzug der Berufsfeuerwehr und die zum Zeitpunkt der Rauchgas durchzündung anwesenden Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr wurden mit dem Eintreffen weiterer Kräfte an der Einsatzstelle abgelöst.

Insgesamt waren 15 Kräfte von Hilfsorganisationen, 110 haupt- und ehrenamtliche Kräfte der Feuerwehr Heidelberg, die Führungsgruppe und 13 Einsatzkräfte der Feuerwehr Leimen, die zusätzlich den Brandschutz im Stadtgebiet sicherstellten, im Einsatz.“

Foto: Symbolbild (Bild von Marcel LOACKER auf Pixabay)

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