Defekte Koksheizung fordert elf Verletzte – darunter zwei leicht verletzte Feuerwehrmänner

Gegen 22:13 Uhr meldete ein Anrufer aus der de-Wolff-Straße einen medizinischen Notfall. Als die daraufhin alarmierte Rettungswagenbesatzung das Haus betrat schlugen sofort die immer mitgeführten Kohlenmonoxid-Warngeräte Alarm. Daraufhin zogen sich die Rettungskräfte und der Patient aus dem Haus zurück und erhöhten die Alarmstufe.

Da zu diesem Zeitpunkt damit gerechnet werden musste, dass eine größere Anzahl Personen in dem Mehrfamilienhaus dem Kohlenmonoxid ausgesetzt war wurden neben Feuerwehrkräften auch neun Rettungswagen, drei Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) sowie der Leitende Notarzt zur Einsatzstelle alarmiert.

Insgesamt wurden acht Personen durch Schellen und Klopfen geweckt und aus dem Haus geführt. Diese Personen wiesen teilweise stark erhöhte CO-Werte im Blut auf. (CO ist die chemische Bezeichnung des Kohlenstoffmonoxid).

Da nicht alle Mieter öffneten wurden drei Wohnungen gewaltsam geöffnet. In einer dieser Wohnungen wurde eine Dame mittleren Alters bewusstlos aufgefunden. Nach erfolgreicher Wiederbelebung vor Ort wurde sie mit notärztlicher Begleitung in eine geeignete Klinik transportiert. Die Dame schwebt nach Aussage der Ärzte in akuter Lebensgefahr.

Die anderen acht geretteten Bewohner wurden nach notärztlicher Untersuchung ebenfalls in Essener Krankenhäuser gefahren. Bei mindestens einem dieser Patienten war der CO-Wert im Blut so hoch, dass er nach der Erstversorgung in einer Essener Klinik mit einem Hubschrauber zu einer Druckkammer geflogen werden musste. Dort wird das im Blut befindliche CO mit einer Sauerstoffüberdruckbehandlung wieder aus dem Blut entfernt.

Da die zwei Feuerwehrmänner des ersteingetroffenen RTW auch leicht erhöhte Blutwerte aufwiesen blieben sie zur Beobachtung im Krankenhaus.

Als Quelle der erhöhten CO-Werte konnte die Koks-Heizung im Keller des Gebäudes ausgemacht werden. Nach Rücksprache mit dem zur Einsatzstelle alarmierten Bezirksschornsteinfegermeisters wurde der Koks aus der Heizung entnommen und im Freien abgelöscht. Der Schornsteinfeger erteile ein Nutzungsverbot für die Heizung. Nach umfangreichen Belüftungsmaßnahmen im gesamten Haus durchgeführte CO-Messungen ergaben keine erhöhten Werte mehr.

Die unverletzten Bewohner konnten daher nach Abschluss der Einsatzmaßnahmen wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Bei dem Einsatz kamen insgesamt zehn Pressluftatmer zum Einsatz. Während der Einsatzmaßnahmen war die Gladbecker Straße in beide Richtungen voll gesperrt.

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